Man spürt die Zuneigung der Menschen

Walsroder Zeitung vom 21.07.2009

Ein Ferienjob mit Herz: Max Greger (16) aus Ahlden kümmert sich um betreute Senioren

Ein Ferienjob mit Herz: Der 16-jährige Max Greger aus Ahlden verbindet soziales Engagement mit Geld verdienen – als Schülerjobber in der Senioren-Tagespflege „Kleeblatt“ in Lindwedel. Zwei Wochen lang kümmert sich der Realschulabsolvent täglich von 9 bis 16 Uhr um die über 70-Jährigen, die dort ihren Tag verbringen. Für Max, der nach den Ferien das Fachgymnasium Sozialpädagogik besuchen will, ist das eine tolle Erfahrung und viel mehr als nur ein Job: „Ich finde es richtig schön. Man spürt die Zuneigung und das Vertrauen, das die älteren Menschen einem entgegen bringen.“

Max Greger in der Tagespflege Kleeblatt

Lindwedel (jn). Bei der Auswahl des Liedes, das gleich angestimmt werden soll, kann Max kaum helfen. „Auf der Lüneburger Heide“? „Das kenn ich gar nicht“, sagt der 16-Jährige leise. Aber macht nichts: Alle anderen am Tisch kennen die Strophen meistens auswendig, singen begeistert mit – wenn auch etwas zu schnell für die eigens seniorengerecht produzierte Mit-Sing-CD. Auch Max lernt viel dazu, seitdem er in der Seniorentagespflege „Kleeblatt“ mithilft. Bei den Stickstichen und traditionellen Kochrezepten kennt er sich inzwischen ganz gut aus. Denn die älteren Herrschaften erzählen gern von ihren Interessen, besonders wenn so ein junger Spund zuhört.

„Der Max ist ein sehr sehr netter Junge“, betont dann auch ein weißhaariger Herr am Ende des Tisches. Frischer Wind weht durch den Raum, wenn Max da ist. „Hier sind alle ganz bezuckert von ihm“, schmunzelt Katrin Borchers-Wertz, Chefin von Max und Mitinhaberin der Tagespflege „Kleeblatt“. Der 16-Jährige ist ihr erster Schülerjobber – aber vielleicht nicht der letzte. Denn sie findet: „Das bringt auch die Jugendlichen weiter. Sie können hier sehen, dass das Leben nicht nur aus Musik hören und Rumgammeln besteht…“ Max genießt das – auch wenn er vorher selbst Vorbehalte hatte. „Ich habe am Anfang gedacht, dass ich für die Arbeit mit Senioren eher nicht gemacht bin.“ Aber weit gefehlt: Inzwischen malt, spielt und bastelt er richtig gern mit den Senioren. Und auch Unterstützung beim Toilettengang ist kein Problem mehr. „Beim ersten Mal habe ich gemerkt, dass man mir vertraut – und das hat auch mir Sicherheit gegeben.“ Von Berührungsängsten, wie er sie anfangs befürchtet hatte, keine Spur mehr: „Ich finde den Kontakt sehr schön. Man macht neue Erfahrungen“. Auch wenn das geduldige Zuhören ihm anfangs schon etwas schwer fiel. Mit der Lebenswelt der über 70-Jährigen hatte Max zuvor keinen Kontakt. Stattdessen engagiert er sich in der Kirchengemeinde.
Max Greger nutzt den Ferienjob für seine berufliche Orientierung. Denn auch wenn er danach das Fachgymnasium Sozialpädagogik besuchen möchte, die spätere Richtung ist ihm noch nicht klar. Ob es Seniorenarbeit sein wird? „Das weiß ich noch nicht so“, gibt er zu. Aber auch in den nächsten Ferien würde er gern beim „Kleeblatt“ arbeiten – und wieder kräftig mitsingen.